Das Aquarium

Aquarien begeistern junge und alte Menschen gleichermaßen. Deshalb ist die Aquaristik ein Hobby, das sich seit Jahren steigender Popularität erfreut. Während allerdings ein Aquarium ursprünglich den Kellerraum einer Apotheke bezeichnete, der als Aufbewahrungsort für flüssige Medikament diente, setzte sich der Begriff erst in der Mitte des 19. Jahrhundert als Bezeichnung für einen Behälter durch, in dem lebende Tiere gehalten werden. Auf den britischen Inseln wurden zeitweise auch Glashäuser mit darin befindlichen Bassins für Wasserpflanzen mit der Bezeichnung Aquarium belegt. Das Aquarium als eine Art des Vivariums hat seine Ursprünge jedoch schon viel früher. Die Verbreitung von Teichen und Bassins für die Zucht und Haltung von Wasserlebewesen kannten schon die Sumerer in Mesopotamien, die Ägypter und die frühen Dynastien der Chinesen.

Die heute bekannten durchsichtigen Aquarien allerdings konnten erstmals in der Mitte des 17. Jahrhunderts nachgewiesen werden, wobei über eine frühere Existenz keine schriftlichen Aufzeichnungen vorliegen. Zu dieser Zeit wurden Aquarien allerdings in erster Linie von Naturwissenschaftlern für ihre zahlreichen Forschungen benutzt. In größerem Ausmaß in die Öffentlichkeit gelangten diese Gefäße erst während der Weltausstellung 1851 in der britischen Hauptstadt London. Von nun an wurden die Aquarien in immer mehr private Haushalte aufgestellt. Dabei konnte sich der Begriff selbst erst seit 1853 Bahn brechen, nachdem das äußerst populäre Werk des britischen Autors Philip Henry Gosse - A Naturalist's Rambles on the Devonshire Coast - erschienen war. Für die Verbreitung dieses neuen Hobbys auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik war vor allem der Schriftsteller Emil Adolf Roßmäßler verantwortlich. Noch heute gilt er häufig als "Vater der deutschen Aquaristik".

Die Entwicklung der Aquaristik bis heute ist in erster Linie durch die Erkenntnis geprägt, dass ein solches Gefäß lediglich mit entsprechenden technischen und chemischen Hilfsmitteln einen angemessenen Lebensraum für die verschiedenen Wasserbewohner darstellt. Jedoch erst in den letzten 50 Jahren, mit zunehmender Entwicklung immer ausgefeilter Technik und fortschreitenden wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Bedürfnisse der Wassertiere und -pflanzen setzte sich die Aquaristik als Massenphänomen durch.

Für die Anschaffung eines Aquariums sollten mindestens 100 Euro eingeplant werden, zusätzlich verursacht die Unterhaltung weitere laufende Kosten. Grundsätzlich muss vorher die Entscheidung für ein Salz- oder Süßwasserbiotop getroffen werden. Dabei ist zu beachten, dass der Aufwand für ein Salzwasserbecken wesentlich höher als der für die Haltung von Süßwasserbewohnern ist. Die Pflege eines Aquarium erfordert täglich mindestens einen prüfenden Blick, alle zwei Wochen sollten Aquarien gesäubert und einmal monatlich muss das Wasser teilweise ausgetauscht werden.

Als Ausgangsmaterial für ein solches Aquarium kann heute zwischen Kunststoff oder Glas gewählt werden. Zur mindestens notwendigen Ausstattung von Aquarien zählt neben einer Wasserpumpe auch eine Filteranlage. Daneben gehören eine Heizung und die passende Beleuchtung zum grundlegenden Zubehör für Aquarien. Zudem müssen für die Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts im Aquarium regelmäßig sämtliche chemischen Parameter des Wassers untersucht werden. Während die kleinsten Vertreter der Gattung Aquarium lediglich 4,5 Liter Wasser fassen, gibt es nach oben hin eigentlich keine Grenzen. Diese Anschaffung hängt schließlich nur von den finanziellen Ressourcen des Besitzers ab.

Hat man sich dann erstmal ein Aquarium angeschafft, kann das Beobachten der darin befindlichen Lebewesen beginnen. Viele Fisch-Fans verbringen teilweise Stunden vor ihrem Aquarium und analysieren jeden Flossenschlag ihrer Lieblinge. Oft kann man auch beobachten, dass sich der ein oder andere Fisch zum ausruhen hinlegt, so als würde dieser auf einer kleinen Matratze für Fische schlafen. Eines steht fest: Die Begeisterung zur Beobachtung der Unterwasserwelt wächst mit der Grüße des Aquariums. Leider auch der Unterhalt des Wasser-Biotops.